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Die Verwendung von Papier bei Kunstwerken ist unbegrenzt und
damit auch das Gebiet der Fachleute, die sich um die Erhaltung und Restaurierung der
Objekte auf dem Werkstoff Papier bemühen.

Beispiele aus der praktischen Arbeit

Chinesisches Rollbild

In der oberen Hälfte des Rollbildes wurden die Russpartikel aus den Fasern des Papiers und der Seideneinlage herausgelöst. (Das Bild kann durch anklicken vergrößert werden)

Seide auf Japanpier
Das Bild war ausgerollt, frei in einem Wohnraum aufgehängt.
Nach einem Brandschaden war die Oberfläche dick mit Russpartikel überzogen. Die Besonderheit des Rollbildes lag darin, dass der Teile der malerischen Darstellung nicht auf Papier, sondern auf Seide aufgebracht war.

Die Einsatzmöglichkeiten von Reinigungsverfahren sind für Seide und Papier vollkommen unterschiedlich.
Zu den 'oberflächlichen' Schäden wie Russ, muss bei allen Papier und sonstigen Faserstoffen davon ausgegangen werden, das mit den Rauchgasen eine Unmenge an Säuren in die Fasern transportiert werden. Säuren die nicht sichtbar sind und erst nach langen Zeiträumen, Monate oder Jahre, sichtbare Veränderungen hervorrufen.
Über dieses Thema gibt es von uns ein Onlineseminar (Brandschäden bei Kunstwerken).

Radierung

Matisse Grafik mit einem erheblichen Säureschaden

auf Büttenpapier mit aufgewalzter Darstellung auf Japanpapier
Eine seltene Grafik hatte starke Verfärbungen der Papierfasern.
Sichtbar in einer allgemeinen Bräunung und in einer Art
'Ausblühungen'
Durch geeignete Verfahren, konnten die Verfärbungen vollständig entfernt werden.
Das Blatt behielt seinen ursprünglichen Farbcharakter.

Farbholzschnitt

Schaden kurz nach der Entdeckung.

Zustand nach einem Wasserschaden
Die Folge eines Rohrbruchs. Wasser drang über eine Wand in Sammlungsschränke ein. Auf dem Weg wurden viele Schmutzpartikel mit transportiert. Der Schaden wurde nicht sofort entdeckt, so daß sich bereits Schimmelkulturen entwickeln konnten.

Der Farbholzschnitt nach Abschluss aller restauratorischen und konservatorischen Maßnahmen

Bei diesem Farbholzschnitt waren alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden.
Hartnäckig erwiesen sich die Verfärbungen und Schimmelpilze.
Das eingedrungene Wasser war auf dem Weg in die Grafik durch eine Vielfalt von
anderen Stoffen durchgeflossen. Decke, Zement, Putz, Stoffmatte, Holzschrank,
andere Grafikblätter. So kam es zu diesen, doch sehr extremen Verfärbungen.

Um so glücklicher waren wir als es uns doch noch gelang, diese Verfärbungen weitgehend zu entfernen und das Blatt zu retten.
Weitergehende Maßnahmen wie eine leichte Nachleimung der Papierfaser und Einbringen eines Kalziumpuffers waren die Voraussetzung für den weiteren Erhalt der Grafik.